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Weil Du gebraucht wirst - Blog

Beitrag vom 3. Juni 2013

Was ist Inklusion?

Inklusion bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung von Anfang an gemeinsam in allen Lebensbereichen selbstbestimmt zusammenleben. 11,7 Prozent aller Deutschen leben mit einer Behinderung. Sie gehört zur Persönlichkeit behinderter Menschen und verdient Anerkennung. Es gilt, Strukturen und Verhaltensweisen in unserer Gesellschaft so zu verändern, dass alle an der Gesellschaft teilhaben.

Was Inklusion bedeutet, zeigt das Video Inklusion – Einfach erklärt, ein Film von Sascha Müller-Jänsch (mj kreativ):

Inklusion – Einfach erklärt zum Download (MP4-Datei, ca. 5 MB)

Unsere Freiwilligen engagieren sich auch im Bereich Inklusion, zum Beispiel bei der integrativen Freizeitstätte ZirkuTopia e. V. Im Zirkus Buntmaus lernen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung unter Anleitung von Künstlerinnen und Sozialpädagoginnen Jonglieren, Akrobatik und Kugellaufen. Die jungen Artisten werden dabei von unseren Freiwilligen betreut und zu erstaunlichen Leistungen motiviert. Die Kinder und Jugendlichen haben so Gelegenheit, ihre individuellen Möglichkeiten zu erfahren, sich weiterzuentwickeln und persönliche Erfolge zu erleben. Zur Krönung wird das Gelernte in Zirkusvorführungen der Öffentlichkeit präsentiert.

Beitrag vom 22. April 2013

„Das FSJ hat mich in meiner Berufswahl bestärkt“

Alexandra Degele (21) hat sich um Kinder und Jugendliche gekümmert.

Warum hast Du Dich für das Freiwillige Soziale Jahr entschieden?
Nach dem Abitur wollte ich nicht gleich studieren. Ich brauchte auch Zeit für mich, zum Nachdenken. Damals schon wollte ich immer was Soziales studieren, wusste aber nicht genau was. Das FSJ habe ich dann als Orientierungsjahr für mich selbst gesehen.

Was waren Herausforderungen und wie hast Du diese gemeistert?
Am Anfang war alles neu. Du kommst nicht mehr mittags aus der Schule und machst Dein Ding. Plötzlich den ganzen Tag arbeiten… wie gehe ich mit den Kindern um. Es war auch mal nicht leicht. Aber ich hatte super Leute, die immer für mich da waren bei Problemen und Fragen. Trotz harter Arbeit hat es viel Spaß gemacht.

Was hast Du danach gemacht?
Seit dem FSJ studiere ich Sonderpädagogik. Mein Ziel ist eine gute Stelle im Lehramt und ich hoffe, verbeamtet zu werden. Zuerst brauche ich natürlich einen guten Abschluss. Bisher hat alles, trotz Stress, Spaß gemacht.

Was hat Dir das FSJ für Deine berufliche Zukunft gebracht?
In meiner Berufswahl Richtung Soziales wurde ich bestärkt. Und ich wurde mit der Realität konfrontiert.

Werden zukünftige Arbeitgeber Dich aufgrund Deines sozialen Engagements auswählen?
Nein, beim Lehramt spielt das keine Rolle. Bei kleinen Nebenjobs aber schon. Egal, ob Babysitter oder Nachhilfe.

Welche Schlüsselkompetenzen hast Du erworben?
Eigenständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Selbstbewusstsein, Disziplin.

Wie hat sich Deine Einstellung zur Gesellschaft und zum Leben verändert?
Ich habe festgestellt, dass Arbeiten echt anstrengend ist und ich mich auf mein Studium freue.

Was war Dein schönstes Erlebnis im FSJ?
In der Früh von den Kindern so freudig begrüßt zu werden und deren Wertschätzung waren sehr schön!

von Gianni Tolksdorf

Beitrag vom 22. April 2013

Alexandra, 19, macht ihr Freiwilliges soziales Jahr beim CBF in Darmstadt.

Alexandra, 19, im CBF Darmstadt.

Offenheit und Rücksicht – Alexandra und ihr Engagement für Menschen mit Behinderung

Alexandra leistet ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im „Club Behinderter und Ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung e.V.“ (CBF). Die 19-Jährige ist dort eine von momentan 25 Freiwilligen. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, behinderte Kinder in die Schule zu begleiten, Fahrdienste zu übernehmen und zuhören zu können. „Am wichtigsten ist Empathie“, meint sie und ergänzt: „Es ist wichtig, offen auf das Kind zuzugehen, und darauf Rücksicht zu nehmen, dass jedes Kind unterschiedlich ist.“ Im Moment arbeitet die Odenwälderin als „Springerin“. Das bedeutet, dass sie verschiedene Schützlinge betreut und immer dort „einspringt“, wo sie gebraucht wird. Im Laufe des FSJ kann ihr aber auch ein Kind fest zugeordnet werden. Zwei integrative Heilpädagogen, ein Sozialpädagoge und eine Pädagogin mit dem Schwerpunkt Erziehung und Bildung in der Kindheit unterstützen Alexandra bei ihrer Arbeit und leiten sie an.

Wegweiser in den Beruf

Alexandra ist voll in das Betreuerteam integriert. Trotzdem gibt es viele Momente, in denen sie selbst entscheiden muss. „In der Zeit hier hab ich gelernt, wie man mit Menschen umgehen und auf sie zugehen kann“, beschreibt die 19-Jährige ihre Fortschritte. Das FSJ ist für sie auch ein Wegweiser in den Beruf. Alexandra will nach ihrem Freiwilligendienst eine soziale Ausbildung machen. Oft kommt es im CBF-Darmstadt auch vor, dass ehemalige Freiwillige als qualifizierte Fachkräfte an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren. Als fachliche Vorbereitung dienen dazu auch die Seminare, die regelmäßig während des Freiwilligendienstes auf dem Programm stehen. Dort setzen sich Alexandra und die anderen damit auseinander, wie Behinderungen entstehen können, hinterfragen körperliche, gesellschaftliche und soziale Normen und sammeln Input zu den Themen Schulbegleitung und Beeinträchtigung. Einmal im Monat nimmt Alexandra auch an den Teamsitzungen des Betreuerstabs teil.

Selbstbestimmter Schulalltag

Durch ihr Engagement ermöglicht die 19-Jährige Kindern mit Behinderung, ihren Schulalltag selbstbestimmt leisten zu können. In dieser Tradition handelt auch der CBF, der vor 40 Jahren als Selbsthilfeverein entstanden ist. Seitdem hilft er Menschen mit Beeinträchtigungen, ihren Lebensweg selbstbestimmt wählen zu können. Mit ihrem Dienst trägt Alexandra ein Stück zu dieser Freiheit bei. Den Anfahrtsweg von ihrem Wohnort im Odenwald nach Darmstadt nimmt sie dafür gerne auf sich. Und langweilig wird ihr auf dieser Fahrt nie. Denn was sie ganz früh in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr gelernt hat, ist Geduld.

von Dominik Steiner